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3.2.2026
In der Uhrenwelt tut sich ständig etwas. Doch der Januar war besonders reich an Neuigkeiten: ein neues Werk von Sellita, ein Uhren-Event in Mailand und ein Eigentümerwechsel bei Baume & Mercier. Was sollten Sie sonst noch nicht verpassen?

Ich wage zu behaupten, dass es keinen Leser gibt, der die ETA 2824-2 nicht kennt – ein Werk, das schon vor Jahrzehnten zu einer der Grundlagen der Schweizer Uhrmacherei wurde. Auf ihm basieren auch Kaliber wie das Powermatic 80, bei denen die Frequenz reduziert, die Gangreserve dafür vervielfacht wurde.
Für Marken, die nicht zur Swatch Group (Eigentümerin des Werkherstellers ETA) gehören, sind häufig vergleichbare Werke von Sellita die Alternative. Und der gängigste Klon der 2824‑Legende ist die Sellita SW200 mit 4 Hz Frequenz und rund 40 Stunden Gangreserve. Aber reicht das? Wo bleibt der Fortschritt?
Hier. Im Jahr 2026. Sellita hat nämlich das aufgerüstete Kaliber SW200-2 Power + vorgestellt, das 65 Stunden Gangreserve bietet. Und das Wichtigste: Die Frequenz bleibt bei 4 Hz.
„ETA erreichte die längere Gangreserve unter anderem durch eine Reduzierung der Frequenz, was wir bewusst nicht getan haben ... Unser Ziel war es, den besten Kompromiss zwischen Präzision und Leistungsreserve zu finden, und das führte uns zu 65 Stunden. Wir lassen viele Werke im Rahmen der COSC zertifizieren, und die Genauigkeit hatte während der Entwicklung höchste Priorität. Sébastien Chaulmontet, Leiter Innovation und Marketing bei Sellita
Nach Sellita geht es jedoch nicht nur um eine verlängerte Gangreserve durch kleinere Modifikationen, sondern um eine Überarbeitung des Werks als Ganzes. In den Abmessungen bleibt es eine austauschbare Variante zum SW200-1, sodass es in dieselben Gehäuse passt.

Sellita SW200-2 Power+. Foto: Sellita
Nach dem Erfolg der metallenen Casio Watch Ring war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Varianten erscheinen. Und jetzt ist es so weit. Diesmal handelt es sich jedoch um wahrhaft miniaturisierte G‑Shocks.

Der Casio G‑Shock Nano DWN-5600 wirkt, als wäre er direkt dem Display seines Vorbilds DW-5600 entsprungen. Sie bieten sogar 200 m Wasserdichtigkeit und eine klassische Dornschließe am Band. Außerdem sollte sich die Batterie auf herkömmliche Weise über den Gehäuseboden wechseln lassen. Zum Anbeißen, oder?
Omega ist offizieller Zeitnehmer der bevorstehenden Winterspiele 2026. Und die Marke hat bereits das dritte Modell vorgestellt, das von diesem berühmten, hundertjährigen Sportereignis inspiriert ist.Nach blau-weißen Speedmaster-Modellen und eleganten Seamaster-Modellen im Vintage-Stil ist es nun die sportliche Seamaster Diver 300M. Sie kombinieren weiße Keramik, Titan und einen dezenten Hauch Winterblau.

Die neueste Omega Milano Cortina 2026 in Form der Seamaster Diver 300M. Foto: Omega
Die Olympischen Winterspiele 2026, offiziell die XXV. Olympischen Winterspiele, finden in den italienischen Städten Mailand und Cortina d'Ampezzo statt. Die feierliche Eröffnung ist für den 6. Februar geplant, die Schlusszeremonie für den 22. Februar 2026.
Omega ist jedoch nicht die Einzige, die von den Spielen inspirierte Uhren herausbringt. Preisgünstigere Andenken kommen von Swatch. Ein Vorteil, wenn man derselben Uhrengruppe angehört ... Bestellt werden kann allerdings nur über die Website von Swatch; in den regulären Handel gelangen sie nicht.

SWATCH Olympic Games Milano Cortina 2026 Collection. Quelle: Swatch
Prim ist seit 2017 offizieller Ausrüster des tschechischen Olympiateams. Und so können sich Fans stets nicht nur auf sportliche Leistungen, sondern auch auf eine neue Uhrenedition freuen. Die diesjährigen 100 Stück des Modells Czech Team Italy 2026 sind beim Hersteller noch vor dem Start des sportlichen Wettbewerbs ausverkauft.

PRIM Czech Team Italy 2026. Foto: Prim.cz
Der dezent gestaltete Quarz‑Chronograph wurde von der tschechischen Trikolore inspiriert, die tschechische Flagge fehlt nicht, und auf dem Gehäuseboden befand sich ein reliefartig modelliertes Motiv der italienischen Dolomiten.
Fällt der Name Richemont, denken die meisten an Marken wie JLC, Vacheron Constantin, Piaget, Cartier und andere Schwergewichte im obersten Luxussegment. Doch dazu gehört auch Baume & Mercier, eher in der mittleren Preisklasse positioniert. Und vielleicht ist das der Grund, weshalb Richemont die Marke verkauft.

Baume & Mercier Riviera 10828. Foto: Baume & Mercier
Für Baume & Mercier könnte das allerdings ein Glücksfall sein. Neuer Eigentümer wird die italienische Damiani Group, die der Marke womöglich eine neue Richtung verleiht. Oder ihr einfach die verdiente Aufmerksamkeit zukommen lässt – schließlich sprechen wir von einer der ältesten Schweizer Uhrenmarken der Welt. Hatten Sie nicht auch das Gefühl, dass sie in den letzten Jahren ziemlich in den Hintergrund gerückt ist und etwas profillos wurde?
Der Jahresauftakt ist in der Schweizer Uhrenbranche ausgesprochen bunt. Während Richemont den Verkauf einer Marke verhandelt, hat eine andere Schweizer Gruppe, LVMH, bereits die siebte Ausgabe ihres prestigeträchtigen Uhren-Events hinter sich. Es fand in Mailand vom 19.–21. Januar statt.
Dort präsentierten die zur LVMH gehörenden Marken ihre Neuheiten (Bvlgari, Daniel Roth, Gérald Genta, Hublot, L'Epée 1839, Louis Vuitton, TAG Heuer, Tiffany & Co., Zenith). Es ist nicht nur ein weiteres Uhren-Event, sondern ein Trendbarometer für das jeweilige Zeitfenster. Mailand ist schließlich die Stadt von Mode und Design.
Und worüber wurde am meisten gesprochen? Vermutlich über die neuen Zenith Defy. Sei es die vorbildliche Neuauflage in Form der Revival A3643 oder das eindrucksvolle Sportmodell Defy Skyline Chronograph in schwarzer Keramik.

Zenith Defy Revival A3643. Foto: Zenith
Und man muss sagen: Der Zenith Revival ist wirklich gelungen – nicht nur wegen der Gehäuseästhetik oder des Zifferblatts, das mittels modernem 3D-Scan des Originalmodells von 1969 entstanden ist, sondern auch wegen des historisch wieder stimmigen Leiterarmbands, wie es Gay Frères fertigte.
Beachtung fand auch der Gérald Genta Geneva Time-Only mit ultraflachem Automatikwerk GG-005 Zenith Elite, kissenförmigem Gehäuse und perfektem Zifferblatt‑Minimalismus.

Gérald Genta Geneva Time-Only. Foto: Gérald Genta
Mein persönlicher Favorit stammt allerdings aus der Kollektion Louis Vuitton Escale. LV stellte gleich fünf neue Modelle vor, doch die Worldtimer mit handgemalten 24 Flaggen, die die Hauptstädte repräsentieren, werden wohl die größten Zugpferde sein. Allein die Arbeit am Zifferblatt beansprucht in den Ateliers von Louis Vuitton eine Woche.

Louis Vuitton Escale Worldtime, Preis: 95.000 Euro. Foto: Louis Vuitton
Großartige Arbeit. Nicht nur ästhetisch, sondern auch mechanisch. Im Inneren arbeitet ein hauseigenes Kaliber aus der La Fabrique du Temps Louis Vuitton. Zudem gibt es eine Variante mit zentralem Tourbillon, bei der die Farben der Flaggen ebenfalls von Hand, jedoch in Grand‑Feu‑Email aufgetragen werden. Das Gehäuse ist aus Platin. Und der Preis? 240.000 Euro.

Louis Vuitton Escale A Journey of Discovery, Preis 240 tis. euro. Foto: Louis Vuitton
Für alle Fans historischer Designs, aber nicht unbedingt echter Vintage‑Uhren, gibt es eine neue Neuauflage der regatta‑inspirierten

TAG Heuer Carrera Seafarer. Foto: TAG Heuer
TAG Heuer punktete auch mit dem sportlichen Modell Carrera Split‑Seconds Chronograph, bei dem erstmals in der Geschichte der Kollektion Carrera die Komplikation Rattrapante hinzugefügt wurde. Der Fokus auf Chronographen und Hightech‑Materialien ergibt Sinn, bedenkt man, dass TAG Heuer im vergangenen Jahr als Hauptzeitnehmer in die F1 zurückgekehrt ist.

TAG Heuer Carrera Split-Seconds Chronograph. Foto: TAG Heuer
Und wenn wir schon bei sportlichen Kooperationen sind, muss noch ein Modell erwähnt werden – genauer gesagt eine Dreierkollektion: Big Bang Tourbillon Novak Djokovic GOAT Edition. Ziemlich aufwendig konstruierte Uhren, bei denen das Gehäuse aus Djokovićs Tennisschlägern und Lacoste‑Poloshirts (in Kombination mit Titaplast) gefertigt ist. Drei Farben repräsentieren unterschiedliche Tennisbeläge, alle sind limitiert und kosten 115.000 Euro.

Big Bang Tourbillon Novak Djokovic Goat Edition Orange. Foto: Hublot
Interessant ist, dass sie trotz ihres geringen Gewichts von 56 Gramm und eines mechanischen Werks mit Tourbillon angeblich den Bedingungen von Tennismatches gewachsen sind.

Big Bang Tourbillon Novak Djokovic Goat Edition Blue. Foto: Hublot
Und wir bleiben noch beim Sport. Die Schweizer Marke Frederique Constant (jetzt im Besitz der Citizen Group) ist offizieller Zeitnehmer und Uhrenpartner der Professional Padel League (PPL) geworden. Es ist das erste Mal, dass sich die Marke in den Profisport vorwagt.
Diese Rückschlagsportart ist vor allem in Kanada, Lateinamerika und zunehmend in den USA populär. Und genau dort möchte FC entsprechend stärker sichtbar sein.

Foto: https://propadelleague.com
Die Einbindung in moderne Sportarten und die Popkultur zählt zu den gefragtesten Wegen, die eigene Sichtbarkeit unaufdringlich zu erhöhen. Für die Marke bedeutet das, dass sie in Ligübertragungen und an den Spielstätten präsent sein wird, und zweifellos wird es eine spezielle oder limitierte Editionsuhr dieser Kooperation geben.

Foto: https://propadelleague.com
„Die dynamische Energie der Liga spiegelt den Geist unserer Manufaktur wider, wodurch diese Zusammenarbeit zu einem natürlichen Ausdruck unserer Werte wird.“ Jeffrey Cohen, Präsident Citizen Watch America.
Tissot PRX. Eine erschwingliche Ikone, der ein beispielloser Erfolg gelungen ist. Bislang gab es sie im 35‑mm‑ oder 40‑mm‑Gehäuse (oder ganz klein in 25 mm).
Doch manchen fehlte die ideale Größe. Jetzt ist er da. Die erwarteten PRX im 38‑mm‑Gehäuse mit Powermatic 80.
Neben dem Format sind auch die Materialien neu. Zur Wahl stehen leichtes Titan oder strukturierter Damaststahl.

Tissot PRX Powermatic 80 aus Damaststahl oder Titan. Foto: Tissot
Das vergangene Jahr war eines der schwierigsten, die vor allem die Schweizer Uhrenindustrie seit Langem erlebt hat. Der enorme Anstieg des Goldpreises wirkte sich auch auf Modelle aus Edelmetall aus, der Schweizer Franken erstarkte – vor allem aber spürten wohl die meisten von uns den US‑Zoll von 39 %!
Das schlug sich zwangsläufig in den Uhrenpreisen nieder, die je nach Marke um wenige bis hin zu mehreren Dutzend Prozent stiegen. Swatch reagierte darauf augenzwinkernd mit dem Modell WHAT IF... TARIFFS? Auch nach der Senkung des Zolls auf erträglichere 15 % ist diese Politik deutlich spürbar. Schließlich gehört Amerika zu den wichtigsten Exportmärkten.
All das hatte reale (negative) Auswirkungen auf die Beschäftigung in der Schweizer Uhrenindustrie, und erstmals seit der Covid‑Epidemie kam es in diesem Sektor zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahlen.
Was bringt 2026? Hoffentlich Stabilisierung. Die Marken müssen mit den Veränderungen umgehen – und wir als Kunden ebenso. Zudem wird der Uhrenmarkt immer breiter, neue Marken entstehen in rasantem Tempo.
Noch nie war es so einfach (im Sinne von zugänglich), eine eigene Uhrenmarke zu gründen. Und nicht nur der chinesische Markt für klassische Uhren bietet Unvorstellbares zu noch Unvorstellbarerem. Auch der indische Uhrenbau gewinnt an Gewicht. Das Tempo, mit dem neue Marken Fuß fassen, ist geradezu beängstigend. Die kommenden Jahre werden die traditionellen Uhrmacher testen – offenbar vor allem im unteren bis mittleren Segment. Denn sie müssen nicht nur untereinander um Kunden ringen, sondern auch mit neuen Akteuren.
In den letzten Jahren setzt sich das Motiv des chinesischen Tierkreises auf dem weltweiten (also nicht nur asiatischen) Uhrenmarkt immer stärker durch. Erinnern Sie sich an den Drachen im vorletzten Jahr oder die Schlange im vergangenen Jahr. Für 2026 ist es das Feuerpferd. Und falls Sie meinen, der mythische Überbau würde fehlen – keine Sorge.
Nur ein paar Beispiele stellvertretend für viele. Oris Artelier mit ihrer Zehntage‑Gangreserve – vor allem aber in einem wunderbar warmen Farbton.

Oris Year of the Horse. Foto: Oris
Longines wählte erneut ein Modell aus der Master Collection. Das Ergebnis zieht einen in den Bann – ähnlich wie beim Vorjahresmodell Year of Dragon. In diesem Jahr kam noch eine Off‑Center‑Anzeige mit Datum und Mondphase hinzu.

Longines Master Collection Year of Horse. Foto: Longines
Nicht nur unter den erschwinglicheren Modellen (denn Longines wie Oris sind limitierte Editionen, um die gerungen wird – wer weiß, ob überhaupt noch ein Exemplar erhältlich sein wird) bietet sich als zufriedenstellende Alternative Swatch an.

Die Symbolik des Feuerpferds ist kraftvoll und lädt Marken förmlich zu Uhren mit diesem Motiv ein. Das Pferd steht für Energie, Freiheitsdrang, aber auch für Ambition und Leidenschaft. Das Feuer ergänzt den Impuls zu Veränderung, Wachstum, Transformation.
Auch der Outdoor‑Spezialist Luminox hat das Pferdemotiv aufgegriffen – sehr geschmackvoll, wie man sagen muss. Zudem hat man mit dem Atacama eines ihrer gelungensten Modelle der letzten Zeit gewählt, wenn nicht überhaupt.

Luminox Atacama Year of the Horse. Foto: Luminox
Dramatik bringt Hublot mit einer auf 88 Stück limitierten Edition aus Karbon und einem goldenen Pferd im Zentrum.

Hublot Big Bang Frosted Carbon Year of The Horse. Foto: Hublot
Und zum Schluss vielleicht noch eine künstlerische Interpretation: ein Reverso von JLC mit emaillierter Rückseite – allein die Zeichnung beanspruchte 80 Stunden Arbeit.

Jaeger-LeCoultre Reverso Tribute Enamel “Horse”. Foto: JLC
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